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Feb 16th, 2012 | By JB | Category: Allgemein

Tendenziöse KN-Berichterstattung

Erst im Januar erhielten die Kieler Nachrichten einen Offenen Brief. Unterzeichnet von einer Reihe von Initiativen forderte er eine differenzierte Berichterstattung ein. Die KN druckte das Dokument jedoch nicht in Gänze ab, sondern behandelte es wie einen Leserbrief, verwies auf sein Recht zur Kürzung, strich den ersten Satz und beraubte den Brief damit einer Hauptkritik. Der Satz lautete: „Sie haben in den letzten Tagen eine Reihe von zum Teil tendenziösen Artikeln im Zusammenhang mit einigen Ortsbeiräten veröffentlicht.“ Nach neuerlicher befremdlicher Berichterstattung, konkret durch den KN-Redakteur Martin Geist, muss man allerdings inzwischen annehmen, dass jener Satz nicht aus Platzgründen fortgelassen wurde.
Die KN schreiben am 10.02.2012 von „Zu wenig Tiefe und zu viel Klein-Klein“ über die Gaardener Ortsbeiratssitzung, in der Hauptthema der Sozialraumbericht Gaarden war. Statt sich mit der berechtigten Kritik der Ortsbeiräte wie Gigi Ernst-Bretschneider, Sonja Plambeck, dem OBR-Vorsitzenden Bruno Levtzow, Ute Kohrs von der Fritjof-Nansen-Schule und vielen Bürgerinnen und Bürgern auseinanderzusetzen, springt Redakteur Geist denen bei, die Antworten geben müssten, sie aber schuldig bleiben: Stadtrat Adolf-Martin Möller, die Ratsherren Sharif Rahim und Michael Schmalz.
So hatte Gigi Ernst-Bretschneider vergeblich nach der Evaluation der bisherigen Maßnahmen gefragt. Andere Nachfragen oder mit Beispielen untermauerte Statements aus dem Publikum wischte Stadtrat Möller immer gleich weg. Als Birte Wichmann vom Dezernat für Soziales behauptete, der Besuch der Kindergärten scheitere am „Elternwille“, stellte eine Gaardener Bürgerin richtig, dass bekanntermaßen zu wenig KiTa-Plätze vorhanden sind. Daraufhin stand Stadtrat Möller auf, um zu sagen, es stimme, was Frau Wichmann sagt. Von städtischer Seite wurde weiterhin behauptet, auf einer Beteiligungsveran¬staltung im vergangenen Herbst habe es zur Wirtschaftspolitik keine Positionen der Bürger gegeben. Dem widersprach ein Gaardener Bürger, der das unwillige Gemurmel allerdings sofort mit dem Hinweis stoppte, er könne die in der Gruppe erarbeiteten Ergebnisse zur Wirtschaftspolitik mit Fotos beweisen. Die Ratsherren Wolfgang Schulz und Michael Schmalz fassten die Debatte zum Klein-Klein zusammen, was wiederum Martin Geist von den Kieler Nachrichten in seinem Artikel aufgriff. Die Ratsherren: man soll das nicht so genau nehmen, ist alles nicht so wichtig, kann jederzeit überarbeitet werden. Noch kurz zuvor schreibt Geist, der Sozialraumbericht sei die „Bibel der Stadt“!
Journalist Geist setzt eine entsprechende Wirkung mit Formulierungen, wonach es der sich „wehrende“ Stadtrat Möller  „nicht wirklich leicht“ hatte, während Ortsbeiräte und Gäste sich an Details fest -„bissen“. Kein Wunder, dass der Stadtrat ins Schleudern kommt und davon spricht, es handle sich hier um „übles Verwaltungshandeln“. Das ist natürlich nur ein Versprecher – oder?. „Rückendeckung“ bekommt also Herr Möller von den Ratsherren Rahim und Schmalz. Geist enttarnt die gängige Politfloskel von Rahim nicht, der von „großen Fortschritten“ spricht. Denn gerade nach diesen Fortschritten richteten sich u.a. die Fragen der anwesenden Gaardener/-innen. Schmalz qualifiziert diese Fragen „Klein-Klein“ ab und das bleibt im Gedächtnis am Ende – einem Fazit gleich – beim Leser hängen. Und das wird den Leuten aus dem Stadtteil wirklich nicht gerecht!

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