Label Faible

Jul 29th, 2012 | By TK | Category: Allgemein

Peter Todeskino ist Mitglied der Grünen und findet theoretisch vieles gut, was die Grünen einst ausgezeichnet hat: Pazifismus, Bürgerprotest und Ökologie. Aber eben nur in der Theorie! Denn er ist in der Praxis ist er natürlich erstmal “Realo”. Und so hört der Pazifismus da auf, wo es um Arbeitsplätze bei HDW geht und der Bürgerprotest dort, wo die Occupy-Bewegung einen öffentlichen Platz besetzt hält.

Nur durch Arbeitsüberlastung ist zu erklären, wie es dazu kommen konnte, dass Bürgermeister Todeskino versucht den Umwelt- und Naturschutz mit dem Kauf eines Labels umzusetzen. Das Unternehmen Kiel muss ja ab und an sein Image pflegen und das lässt sich mit einem Öko-Label natürlich prima machen. Todeskino hatte hierfür kürzlich das FSC-Label ins Auge gefasst, das als internationales Zertifizierungssystem Holz- und Papierprodukte aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft garantieren will – selbstredend unter Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards.

Das FSC-Siegel auf Holz und Papier prangend, suggeriert also, es handle sich um ökologisch wertvolle Produkte. Allerdings klagen schon seit vielen Jahren Umweltschutzorganisationen, darunter Greenpeace, die Vergabe des FSC-Labels für den industriellen Holzeinschlag als krassen Etikettenschwindel an. Regen- und Urwälder werden radikal kahlgeschlagen – das FSC-Siegel für das dort geschlagene Holz wird dennoch vergeben. Nachdem Herr Todeskino energisch auf diese unrühmlichen Fakten hingewiesen wurde, zog er seinen Antrag auf Einführung des FSC-Siegels zurück. Dann müsste aber bald eine andere, neue Stadtmarketingmaßnahme her, oder?!

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